20.01.2002
Lüdenscheid-Demo
Kleiner Bericht zum Neonaziaufmarsch in Lüdenscheid und dessen Gegenaktionen
Vorweg: Kritik an speziellen Gruppen sollte intern und nicht hier über Indy durchgeführt werden.
Insgesamt muß der
gestrige Verlauf eher als missglückter Verhinderungsversuch gewertet
werden. Aber es gab auch einige (wenige) positive Punkte.
Der Aufmarsch der Faschisten konnte nicht gestört werden, da das
Polizeiaufgebot mal wieder zu massiv war und es etliche
Kommunikationsprobleme zwischen den Gruppen gab. Und hier ist wirklich
jede Gruppe angesprochen und nicht nur die Organisationsgruppe in der
Stadt. Jede Gruppe hat die Möglichkeit sich in diversen
Vorbereitungstreffen an der Organisation zu beteiligen und so
mitzubestimmen. Wenn dies von vielen Gruppen nicht wahr genommen wird,
ist das schon ein großer Nachteil im weiteren Gesamtablauf
(Wissensdefizite bzgl. Ort, Zeit, Taktik,...). Gestern begann es gleich
mit der Anfahrt. Es dürfet wohl jeder in der Lage sein Fahrpläne zu
lesen und sich mit Leuten aus anderen Städten abzusprechen bzw. ein oder
zwei zentrale Treffpunkte (gestern Dortmund und Hagen) anzufahren.
Leider kamen so einige Leute erst sehr spät und mußten sich in
Lüdenscheid natürlich erst umorientiren. Außerdem sollte mal wieder
häufiger über Sammlungspunkte ein oder zwei Stationen vor dem
Zielbahnhof nachgedacht werden. Diese klappte gestern tlw. in Hagen,
dort wäre aber noch viel, viel mehr drin gewesen. Immerhin wurden ja
einige Faschos aus einem Zug geprügelt...
In Lüdenscheid selber muß zunächst Kritik am Infotelefon gemacht werden,
das es versäumt hat, die anreisenden Leute darüber zu informieren, daß
der ganze Bahnhof von Bullen umstellt ist und dort jeder gefilmt und
durchsucht wird. Im Wanderkessel ging es dann in Richtung Bahnhof. Sehr
schön dabei die Idee mit "Hinter dem Kopf verschränkten Armen" in zweier
Reihen zu laufen (tlw. im "Gleichschritt") und dazu passende Wort von
sich zu lassen oder einfach schweigend zu laufen. Die Sache hat ganz
gewiss kein positives Bild auf die Polizei geworfen, wie mensch den
ungläubig schauenden BürgerInnen ansehen konnte. Mehr von solchen
Aktionen...
Am Versammlungsplatz selber war natürlich nichts los und so ging es zum
Infocafe. Hier mal ein Lob, denn so etwas gibt es ja auch nicht
unbedingt überall. Nur schade, daß wir dann gerade mal 20 Leute (wovon
mindestens 5 Leute total abgefüllt waren und rumgröhlen mußten) dort
waren und so auch nichts weiteres geplant werden konnte. Daran sind dann
wieder einmal die einzelnen Gruppen selber schuld. Von hieraus ging es
dann in diversen Kleingruppen durch die Stadt und an einigen Stellen
waren sogar Druchbruchmöglichkeiten vorhanden, die aber teils an der
Masse oder auch an der Unschlüssigkeit scheiterten.
Irgendwann meldete sich dann auch endlich mal das Infotelefon und mensch
konnte erfahren, daß die Faschos zum Ehrenmal laufen würden und wohl gar
nicht am Bahnhof ankommen würden. Leider erreichte diese Nachricht viele
Leute erst sehr spät oder gar nicht mehr. Irgendwann gegen 17 Uhr
sickerte dann auch endlich die Nachricht durch, daß die Faschos
überhaupt nicht am Bahnhof ankommen würden, sondern einen Bahnhof früher
ausgestiegen sind und von dort mit Bussen irgendwo hinter den Bahnhof
gebracht wurden. An der Stelle wäre bei präziseren Infos noch etwas in
Richtung Bus-Sammelpunkt möglich gewesen. Ebenfalls wäre eine Aktion bei
der Abreise am Vorbahnhof möglich gewesen.
Fazit: Die Faschos wurden von uns (abgesehen von wenigen Gabber-Nazis,
die teilweise festgenommen wurden) nicht nur annähernd gesehen und der
Aufmarsch selber auch nicht verhindert. Das Infoarbeit vor Ort sollte
ausgebaut werden, aber auch unter Mithilfe anderer Gruppen. Abfahrts-
und Ankunftszeiten sollten in Zukunft wieder besser vororganisiert
werden. Kreativer werden. Und nasse Füße haben wir auch...