Politische Gefangenen in Genua

Immer noch Gefangene in den Knästen von Genua. Neue Berichterstattung von der PDS Abgeordneten Frau Heidi Lippmann, nach ihrem Besuch der Gefangenen

Info Update 3.8.2001
Politische Gefangenen in Genua
Nach den Protesten in Genua befinden sich weiterhin noch circa 50 Menschen in denGefängnissen.
Die Haftbedingungen in den Knästen variieren von freizügigen Umschlüssen in Alessandria bis hin zu restriktiven Behandlungen in Marassi.
Am Dienstag reiste die PDS-Bundestagsabgeordnete Heidi Lippmann für zwei Tage nach Genua. In Begleitung der Generalkonsulin besuchte sie alle Knäste und sprach mit den deutschen Gefangenen. Ihre Eindrücke waren erschreckend, die meisten
Inhaftierten wurden körperlicher und psychischer Gewalt ausgesetzt. Zum Teil wurden sie unter Schlägen zu Unterschriften gezwungen und ihnen wurden Gegenstände als Bewismittel untergeschoben. Zwecks Fingerabdrücken sollten sie die Objekte in die Hand nehmen, was sie nicht immer verweigern konnten.

In einigen Fällen solidarisieren sich andere Knast-InsassInnen mit ihnen.
Die inhaftierten Frauen in Pontedecimo haben bereits eine Resolution verfasst, weitere Resolutionen folgen. Die Gefangenen sind sich der politischen Dimension ihrer Anklagen bewußt, in fast allen Fällen wird ihnen Verstoß gegen §419, der Gewaltakte impliziert, vorgeworfen.
Weiter wird ihnen die Bildung einer kriminellen Organisation, in Form des "Black Blocks" angelastet.

Nach Einschätzung Lippmanns und der italienischen AnwältInnen stellt sich die Beweislage im Falle einer Verhandlung für die Staatsanwaltschaft als
schwierig dar, dennoch sind die italienischen Behörden darum bemüht, ein politisches Exempel an ihnen zu statuieren.

Nach dem Schengener Abkommen wäre es für die Inhaftierten möglich, in Deutschland auf ihren Prozess zu warten. Doch die involvierten Behörden scheinen davon nichts zu wissen. Heidi Lippmann versucht nun dahingehend Druck auszuüben, dass bei den kommenden Haftprüfungsterminen in der nächsten Woche diese Möglichkeit verstärkt in Erwägung gezogen wird, und dass sich auch die deutsche Regierung darum kümmert.

Wenn die Haftprüfungstermine negativ ausfallen, besteht die Möglichkeit, dass die Inhaftierten bis zu sechs Monaten in U-Haft auf ihre Prozesse warten müssen. Heidi Lippmann hält heute eine Pressekonferenz in Berlin ab, deren Folgen es abzuwarten und zu verfolgen gilt.

Wir fordern die sofortige Freilassung aller Gefangenen. Sie wurden massiver Gewalt ausgesetzt und dürfen es keine Stunde länger!
Wir fordern alle Gruppen, die sich am Protest gegen den G8 Gipfel beteiligt haben, auf, sich mit den Gefangenen zu solidarisieren. Im Knast sind Einige von uns, gemeint sind wir alle!
Die UnterstützerInnen Companeras

-eMail: companeras@gmx.net

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