4. Februar 2002 -
Am 27. Januar schrieb der angesehene israelische Militärkommentator Amir Oren in der Tageszeitung Ha'aretz, im israelischen Militär werde die Liquidierung des Warschauer Gettos durch die SS studiert, um sich auf die Besetzung dichtbesiedelter palästinensischer Städte vorzubereiten. Daraufhin veröffentlichte der amerikanische Politiker Lyndon LaRouche folgende Erklärung:

Götterdämmerung in Palästina

Jemand muß seinen Kopf herausstecken, damit der Schrecken im Nahen Osten ein Ende findet. Die israelischen Versuche, die Palästinenser als Volk in ihrer Heimat zu beseitigen, sind gegenwärtig der wichtigste Zünder für einen drohenden religiös-ethnischen Weltkrieg - ein Krieg, vor dem kein Mensch auf der Welt sicher wäre.

Ich bin zum gegenwärtigen Zeitpunkt aus verschiedenen Gründen prädestiniert, öffentlich laut und deutlich zu sagen, was gesagt werden muß, um einem ungeheuren Verbrechen gegen die Menschlichkeit, das sich vor unseren Augen abspielt, Einhalt zu gebieten - wie es im vergleichbaren Fall des Warschauer Gettos eben nicht geschah.

Die gegenwärtigen Operationen der israelischen Streitkräfte (IDF) auf dem Gebiet der Palästinenserverwaltung sind - soweit es historische Parallelen gibt - eine Kopie der Operationen der Nazis gegen das jüdische Warschauer Getto vom 19. April bis zum 16. Mai 1943. Die Fakten sprechen bereits seit einiger Zeit für sich. Was bisher noch fehlte, war ein Beweis dafür, ob israelische Offizielle sich selbst darüber bewußt sind, wie schrecklich ähnlich ihre jetzigen Handlungen den Ereignissen sind, die in dem berüchtigten "Stroop-Bericht" geschildert werden, der zu den Beweismitteln der Nürnberger Kriegsverbrecherprozesse gehört.

Laut der mir vorliegenden Dokumentation wurde der "Stroop-Bericht" von Polizei-General Jürgen Stroop verfaßt, der die Operationen gegen das Warschauer Getto kommandierte. Laut der Dokumentation war dieser ursprüngliche Bericht "eine 75-seitige Schilderung der Operationen, Tag für Tag aufgelistet, die für [SS-Chef] Himmler zusammengestellt und erstmals von [US-Richter Robert] Jackson [in Nürnberg] veröffentlicht wurde". Stroop gab seinem Bericht den Titel: Es gibt keinen jüdischen Wohnbezirk in Warschau mehr! (Mazal Library/Holocaust History Report, nachzulesen im Internet unter www.holocaust-history.org/works/stroop-report)

Auf die entsprechende Verbindung zwischen Handlung und Absicht seitens israelischer Offizieller stieß ich durch den Artikel "An den Toren Jassergrads" von Amir Oren in der englischsprachigen Ausgabe der israelischen Zeitung Ha'aretz vom 27. Januar. Darin heißt es: "Um sich angemessen auf die nächsten Militäroperationen vorzubereiten, sagte kürzlich ein in den [Palästinenser-]Gebieten stationierter Offizier, ist es gerechtfertigt, ja geboten, von jeder nur denkbaren Quelle zu lernen. Wenn der Auftrag lautet, ein dicht besiedeltes Flüchtlingslager oder die Innenstadt von Nablus zu besetzen, und wenn der Kommandeur diesen Auftrag ohne Verluste der Beteiligten durchführen soll, dann müssen zunächst die Lektionen aus früheren Schlachten analysiert und beherzigt werden - sogar wie die deutsche Armee im Warschauer Getto kämpfte. Egal wie schockierend das klingen mag."

Die Kernaussagen dieses Artikels in Ha'aretz bestätigen, daß die gegenwärtigen Handlungen der IDF-Führung in der Absicht erfolgen, auf dem Palästinensergebiet im wesentlichen ähnlich vorzugehen, wie dies bei der Beseitigung des Warschauer Gettos vom 19. April bis 16. Mai 1943 geschah. Geändert haben sich im wesentlichen nur die Namen der Opfer.

Dieser Artikel in Ha'aretz ist deshalb so bedeutsam, weil sich darin die zunehmenden Anzeichen des Horrors aller anständigen Israelis spiegelt, egal zu welcher Partei sie gehören, angesichts der Aussicht, daß Israel die derzeit unter der Regierung Ariel Scharons begangenen Verbrechen weiter fortsetzen könnte. Trotz Scharon und der derzeitigen Führung der IDF ist die wirkliche jüdische Tradition in Israel nicht tot.

In einer solchen Lage wäre es unmoralisch, sich so "diskret" zu verhalten, wie es beispielsweise bei dem typischen politischen Klatsch in Amerika üblich ist. Die abstoßende scheinmoralische Pose bestünde darin, hinter vorgehaltener Hand das Gerücht weiterzugeben, die IDF habe die oben erwähnten Absichten erkennen lassen. Jemand muß vortreten, in seinem eigenen Namen ausrufen: J'accuse!. Jemand muß sagen: "Ich klage an!" und das Verbrechen und die verbrecherische Absicht direkt beim Namen nennen. Offenbar ist die amerikanische Regierung bisher nicht gewillt, das zu tun. Offenbar ist kein offizieller Sprecher einer oder beider großen Parteien in den USA bereit, zu sagen: "Ich klage an!" Deshalb muß ich diese unangenehme Arbeit übernehmen.

Zum Hintergrund
Wir müssen uns in dieser Frage klar ausdrücken. Im Kern ist die Absicht dieser Kreise der IDF, gegen die Palästinenser Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu begehen, kein israelisches Phänomen an sich. Wir müssen erkennen, daß die verrücktesten utopischen militärischen und strategischen Kreise in den USA - typisch sind die Leute, die denken wie Zbigniew Brzezinski und Samuel Huntington - faktisch Universalfaschisten sind, deren Vorstellungen von Militär und Militärpolitik sich am Muster der Waffen-SS der Nazis orientieren.

Dabei geht es weniger um die nicht mehr existente Waffen-SS als solche. Wie ich in entsprechenden anderen Schriften betont habe, orientiert sich der gesamte neuzeitliche Faschismus und dessen Einfluß auf die Militärpolitik an den Eigenschaften des Regimes des Kaisers Napoleon Bonaparte und seines Neffen. Und wie ich in früheren Schriften dokumentiert habe, findet man das ursprüngliche Vorbild des Faschismus genau dort, wo Napoleon und seine Nachahmer Benito Mussolini und Adolf Hitler es hernahmen: im Vermächtnis der römischen Kaiser und ihrer Legionen. Das Modell der römischen Prätorianergarde bildet zusammen mit der Waffen-SS den Kern von Huntingtons berüchtigter Variante der politisch-militärischen Doktrin, deren präziser Fachausdruck "Universalfaschismus" lautet.

Wir dürfen in unserer Definition von Faschismus nicht fahrlässig sein. Es gibt zugegebenermaßen einen Nachhall dieser römischen imperialen Militärtradition in der spanischen Inquisition - eingeschlossen die Vertreibung der Juden aus Spanien, die schon auf das Warschauer Getto und die Operationen gegen die Palästinenser heute hindeutet. Im modernen Faschismus - sei es der von Napoleon, Hitler, Mussolini, dessen Bewunderer Wladimir Jabotinsky sowie der heutigen Gesinnungsgenossen und Lakaien der H. Smith-Richardson-Stiftung in den USA - kommt ein ganz eigenes Phänomen zum Ausdruck. Dieses findet man heute am klarsten unter den Unterstützerkreisen der "romantisch-utopischen" Militär- und Strategiedoktrin in den USA - Zbigniew Brzezinski, Samuel Huntington sowie Prof. William Yandell Elliott.

Das Verhalten der IDF spiegelt zwar nominell jüdische faschistische Traditionen wie die Wladimir Jabotinskys wider. Diese Traditionen hätten aber niemals ihre heutige militärische und politische Wirksamkeit erreichen können, wenn nicht einflußreiche Unterstützer der faschistischen Lehren Brzezinskis und Huntingtons auf dem amerikanischen Kontinent und in Europa solche Israelis und ihre Mitläufer für ihre Zwecke benutzten. Der Nahe Osten wird als Zünder endloser weltweiter religiöser und ethnischer Kriege benutzt - aber die Bombe zu der dieser Zünder gehört, befindet sich hauptsächlich im anglo-amerikanischen Bereich. Wenn dieses schmutzige Nest in unserer englischsprachigen Welt ausgehoben würde, könnte man die vom Nahen Osten her drohende Gefahr unter Kontrolle bringen.

Wenn dieser Zünder im Nahen Osten so explodiert, wie dies zu geschehen droht, dann werden angesichts der Tatsache, daß jetzt die ganze Welt von der Endphase eines Währungs- und Finanzzusammenbruchs erfaßt wird, auch die Amerikaner selbst nicht die geringste Chance haben, diese Krise unbeschadet zu überleben.

Unterstützen Sie meine Bemühungen! Halten Sie den Horror, den die Regierung Scharon heraufbeschwört, auf, solange es noch möglich ist. Konfrontieren Sie die Welt mit den Beweisen für die schrecklichen Absichten hinter den Verbrechen der Regierung Ariel Scharons.

30. Januar 2002, Lyndon LaRouche,
US-Präsidentschaftsbewerber innerhalb der Demokratischen Partei für 2004