Andersen feuert Wirtschaftsprüfer
Der heftig in die Kritik geratene Wirtschaftsprüfer von Enron hat erste Konsequenzen aus dem Debakel gezogen. Arthur Andersen feuerte am Dienstag den für die Prüfung zuständigen Partner David Duncan.
New York - Mit David Duncan sollen noch drei weitere Partner entlassen werden. Dies teilte das Unternehmen am Dienstag in Chicago mit. Duncan hatte vergangenen Herbst die Zerstörung zahlreicher Dokumente angeordnet, die sich auf die Buchführung von Enron bezogen. Zu dem Zeitpunkt liefen bereits mehrere Untersuchungen über die Geschäfte von Enron. Das Unternehmen hatte riesige Schuldenberge in dubiosen Partnerschaften versteckt.
"Wir versprechen, dass wir offen mit dem Problem umgehen und dort durchgreifen, wo es notwendig wird", sagte der Andersen-Vorstandschef Joseph Berardino. Die Aktion sei erst gestoppt worden, nachdem ein Mitarbeiter der Partner andere Mitarbeiter aufgefordert hatte, "das Schreddern zu stoppen". Nach Darstellung von Andersen sei dies am 9. November geschehen, einem Tag nach der Anforderung von Unterlagen durch die SEC.
Bereits in der vergangenen Woche hatte die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft angekündigt, sie habe elektronisch gespeicherte Dokumente wieder herstellen können.
Unterdessen werden die Aktien von Enron an der New Yorker Börse nicht mehr gehandelt. "Die Börse hat entschieden, dass die Wertpapiere sich nicht mehr für den Handel an der New York Stock Exchange eignen", teilte die Börse am Dienstag in New York mit und verwies auf die voraussichtlich langwierigen Verhandlungen, um die Firma abzuwickeln.
Der Aktienpreis war von seinem Allzeit-Hoch im Sommer 2000 von fast 90 Dollar auf 0,67 Dollar vergangene Woche gestürzt. Die Börse kann Aktien, die 30 Tage für weniger als einen Dollar gehandelt werden, aus dem Geschäft nehmen. Das war bei den Enron-Papieren der Fall. Der Zusammenbruch Enrons im Dezember vergangenen Jahres war die größte Pleite in der amerikanischen Wirtschaftsgeschichte.