Nieder
mit den USA !
von Thomas Brehl
(Anmerkung: Dieser Artikel wurde für die irakische Tageszeitung "AL-THAWRA"
geschrieben, deshalb auch die besondere Erwähnung Saddam Husseins)
Über die Notwendigkeit einer Allianz gegen die nordamerikanischen Aggressoren
Die erneuten angloamerikanischen
Terrorangriffe auf den Irak waren der unzweideutige Beweis für die Tatsache,
dass sich US-Amerika mehr denn je in der Rolle einer "Weltpolizei" sieht und
bereit ist, unschuldige Menschenleben zu opfern um seine ureigensten
wirtschaftlichen und politischen Ziele notfalls mit brachialer Gewalt
durchzusetzen.
Dabei ist der häufig verwendete Begriff "Weltpolizei" durchaus irreführend
und verkennt damit die wahren Intensionen us-amerikanischer
Großmachtpolitik. Denn so wie es die ureigenste Aufgabe einer wo auch immer
beheimateten Polizeitruppe ist, ein übergeordnetes Recht zu verteidigen und
jene aus dem Verkehr zu ziehen, die gegen dieses Recht verstoßen haben, um
sie einer wiederum übergeordneten, das heißt unabhängigen Justiz zuzuführen,
maßt sich im Gegensatz dazu die amerikanische Regierung an, Legislative,
Judikative und Exekutive in einem zu sein, das heißt das eigene Interesse zu
einem international schutzwürdigen Dogma zu erheben, andere Interessen nicht
zuzulassen und jene zu bestrafen, die sich der Unterordnung unter diese
Direktive widersetzen.
Das deutsche Volk war in zwei Weltkriegen Opfer us-amerikanischer
Aggression, wobei sich die Vereinigten Staaten nicht durch den heldenhaften
Einsatz ihrer Soldaten, sondern durch das völkerrechtswidrige Bombardement
deutscher Städte einen Namen machten. 200.000 Soldaten verlor Amerika im
Kampf gegen die Achsenmächte auf dem europäischen Kriegsschauplatz, 250.000
Tote kostete allein der eine angloamerikanische Terrorangriff auf die mit
Flüchtlingen voll gestopfte Stadt Dresden, die als "das Florenz an der Elbe"
bekannt gewordene Stadt wurde dem Erdboden gleichgemacht, wie vorher schon
Berlin, Würzburg, Frankfurt, Köln und all die anderen herrlichen deutschen
Städte mit ihren jahrhundertealten Kulturgütern.
Niemand hat die Verantwortlichen für dieses millionenfache Morden je vor ein
internationales Gericht gestellt, gebüßt haben nur die Opfer und das gleich
mehrfach, denn die Überlebenden der Katastrophe wurden entweder ihrerseits
vor ein Gericht gestellt oder aber einer Umerziehung -"reeducation" genannt-
unterzogen, die einer geistigen Revolution gleichkam und noch heute die
Masse unseres Volkes zu einer differenzierten Betrachtung der Weltlage
unfähig macht.
Die Blutspur der selbsternannten "Soldaten Christi" zieht sich spätestens
seit den Tagen des Ersten Weltkriegs durch viele Länder und Kontinente.
Korea, Vietnam, Panama sind weitere Stationen us-amerikanischer
Interventionspolitik und in keinem einzigen dieser Fälle, war Amerika Opfer
eine konkreten Bedrohung, nur dann aber wäre ein Eingreifen bewaffneter
Kräfte durch das Völkerrecht gedeckt. Nur in "Abwehr eines unmittelbar
bevorstehenden Angriffs", ist der militärische Gegenschlag gerechtfertigt,
aber auch Amerikas beste Propagandisten werden uns nicht glauben machen
können, die USA seien zum Beispiel in Vietnam in "Abwehr eines unmittelbar
bevorstehenden Angriffs" dieses kleinen und armen asiatischen Landes auf das
mächtige, große und reiche Nordamerika dort einmarschiert.
Vorerst letztes Ziel us-amerkanischer Aggressionspolitik wurde dieser Tage
erneut der Irak. Jenes unbeugsame Volk, das sich unter der genialen Führung
des großen Staatsmannes Saddam Hussein bisher allen Versuchen widersetzte,
große Teile seiner Souveränität aufzugeben, um zum willfährigen Satelliten
Amerikas degradiert zu werden. Mit dem gleichen Recht, mit dem das souveräne
US-Amerika Einblick in die Waffen- und Munitionsproduktion des Irak fordert,
könnte dieser ebenfalls souveräne Staat Einblick in die Waffenkammern und
Produktionsstätten der selbsternannten Hüter von Recht, Moral und
Weltfrieden fordern, vermutlich mit dem Ergebnis, dass die von den
Vereinigten Staaten ausgehende Bedrohung der friedliebenden Völker dieser
Welt ungleich größer ist, als die vermeintliche Bedrohung amerikanischer
Interessen durch eben diese Völker.
Um die us-amerikanische Aggression ein für allemal in ihre Schranken zu
verweisen, wird es nötig sein, eine Allianz zu schmieden. Ein Bündnis auf
breiter Basis, dem alle gutwilligen politischen Kräfte angehören sollten, an
der Spitze jene, die bereits Opfer des plutokratischen Größenwahns der
Führung der Vereinigten Staaten geworden sind.
Endlich muss dieser anmaßenden Clique klar gemacht werden, dass nicht ein
freies Volk zugrunde gehen darf, nur weil dies im Sinne amerikanischer
Politik wäre, sondern, dass Friede und Freiheit leben müssen, ganz gleich ob
immer auch formale Auffassungen Amerikas dem widersprechen mögen.
(Januar 1999)