Sagt NEIN zum Krieg und zum Horror der neuen Weltordnung
Der US-Präsident George W. Bush hat einen "langen Feldzug gegen den Terrorismus" angekündigt – der nicht auf Afghanistan beschränkt bleiben wird. Aber Flächenbombardements und Streubomben, die Zerstörung von Krankenhäusern und UN-Einrichtungen, der Einsatz von gigantischen Benzinbomben mit einem Zerstörungsumkreis vom 500 bis 1.000 Metern – das bekämpft nicht den Terrorismus. Angeblich um diese "Exzesse" unterbinden zu können, behaupten Schröder und Fischer, müsse sich Deutschland an dem Krieg beteiligen.
gibt 40 bis 50 Länder, die Terroristen beherbergen und die Ziel
diplomatischer, finanzieller oder militärischer Aktionen werden
könnten."
US-Verteidigungsminister Cheney
Aber das Problem sind nicht
alleine die "Exzesse" – der ganze Krieg ist das Problem. Was wir erleben ist
der alte Kampf der USA gegen die so genannten "Schurkenstaaten", also jene
Staaten, die sich direkt oder indirekt gegen die Interessen der US-Konzerne
richten. Hieß es in Vietnam "Krieg gegen den Kommunismus" oder in Panama
"Krieg gegen Drogen", so nennen Bush und seine Berater und Militärs es jetzt
"Krieg gegen Terror". Unter diesem Namen unterstützt das US-Militär jetzt
den Kampf gegen Rebellen in Kolumbien, unter diesem Namen bombardiert
Israel, der engste US-Verbündete im Nahen Osten, palästinensische Städte.
Der Name hat sich geändert, aber der Inhalt ist der selbe geblieben: Die USA
setzen die größte militärische Macht in der Menschheitsgeschichte ein, um
eine Weltordnung zu schaffen, die die Unterordnung der Welt unter die
Interessen der US-Wirtschaft bedeutet.
Ausweitung
Neu ist aber nicht nur der
Name. Neu ist auch die Entschlossenheit, mit der die US-Administration in
den Kampf zieht.
"Es gibt andere Terroristen, die Amerika bedrohen, und andere Nationen, die
bereit sind, sie zu unterstützen," kündigte Bush am 21. November vor
Soldaten im Militärstützpunkt Fort Campbell im US-Bundesstaat Kentucky
weitere Angriffe an. "Wir werden als Nation nicht sicher sein, bis alle
diese Bedrohungen beseitigt worden sind."
"Bei Knochenkrebs reicht es nicht, den Fuß zu amputieren," sagte ein
Mitarbeiter des Pentagon im Zusammenhang mit einer möglichen Ausweitung des
Krieges.
wir diese Gelegenheit nicht nutzen, auch Saddam Hussein auszuwechseln,
schaffen wir die Grundlage für ein Desaster."
Newt Gingrich, US-Republikaner
"Du musst den gesamten Weg
der Chemotherapie gehen. Und wenn das heißt, dass wir in den nächsten
hundertjährigen Krieg ziehen müssen, dann tun wir das."
Auch das Vietnam-Syndrom, das bisher aus Angst vor innenpolitischem
Widerstand die Zurückhaltung beim Einsatz von Bodentruppen gebot, scheint
überwunden:
Auf dem Kriegsschauplatz in Afghanistan stünden die schwierigsten Einsätze
noch bevor, die unter den Soldaten Opfer fordern werde, prophezeite Bush.
Die US-Soldaten werden wieder ihr Leben für die weltweite Vormachtstellung
der US-Konzerne lassen müssen.
11. September
Diese neue Aggressivität und
Entschlossenheit der US-Regierung hängt mit den Ereignissen des 11.
September zusammen.
Der Anschlag hatte nicht nur Tausende unschuldige Putz- und Büroangestellte
getroffen. Es traf vor allem die Symbole amerikanischer Dominanz und
Arroganz.
Die Twin-Towers, Ausdruck der wirtschaftlichen Macht, stürzten in sich
zusammen. Und, Bilder, die schnell wieder aus den Medien verschwanden, das
Pentagon stand in Flammen.
"
Wenn wir Afghanistan stabilisieren wollen, müssen wir unsere
postkolonialen Institutionen – Vereinte Nationen, Weltbank und
Hilfsorganisationen wie das Rote Kreuz – mit neuer, imperialer Kraft
versehen."
Washington Post
Besonders das brennende
Pentagon, die bisher für unerreichbar gehaltene Zentrale militärischer
Operationen rund um den Globus, verdeutlichte die Verletzbarkeit der einzig
verbliebenen Supermacht.
Die Anschläge zerstörten das Leben Tausender Unschuldiger – und den Ruf der
Unbesiegbarkeit.
Der Weltmachtanspruch der USA war angegriffen worden – eine militärische
Antwort musste folgen, je härter desto besser.
Gerade das führte dazu, dass sich in der US-Politik die Falken, die
Kriegstreiber um Bush und Verteidigungsminister Rumsfeld, durchsetzen
konnten.
Instabilität
Einer dieser Falken ist der
konservative Pentagon-Ideologe Richard Perle. Ihn zitiert "Die Woche":
"Endlich biete sich den USA ein handfester Anlass, nach Jahren
eingeschränkter Politik weltweit, ‚Ernst zu machen mit dem Kampf gegen den
Terrorismus‘". Das sei das Erste, was ihm am 11. September durch den Kopf
gegangen sei, sagte er.
Sofort gab es eine ganze Liste von "Schurkenstaaten", die Ziele
amerikanischer Angriffe werden könnten. Ganz vorne standen Irak, Sudan,
Libyen, Iran und Syrien.
Die USA entschieden sich für einen Angriff auf Afghanistan. Denn sie sind
die stärkste Macht der Welt, aber nicht allmächtig. Die USA fürchteten den
Flächenbrand im Nahen Osten.
Ein Angriff auf eines der genannten arabischen Länder hätte zu einer viel
stärkeren Widerstandsbewegung in den anderen arabischen Staaten geführt –
die breite "Anti-Terror-Allianz" mit Saudi-Arabien, Syrien und gar der
Palästinensischen Selbstverwaltung wäre undenkbar gewesen.
Afghanistan hingegen ist kein arabisches Land. Es ist eine der ärmsten
Regionen der Welt und die Nordallianz bot eine Möglichkeit, weitgehend ohne
eigene Bodentruppen zu siegen.
Bush suchte sich den schwächsten und Isoliertesten Gegner aus, um in einer
gewaltigen und brutalen Machtdemonstration die Scharte vom 11. September
wieder auszuwetzen.
Linksruck