25. Juli 2002
Auch bilaterale Abkommen sollen US-Kriegsverbrecher schützen.
Zusätzlich zu der vom UN-Sicherheitsrat gewährten Straffreiheit für
Kriegsverbrechen bei UN-Aktionen will die USA überhaupt für alle
Kriegsverbrechen ihrer Soldaten und Agenten Straffreiheit erreichen, während
gleichzeitig Schauprozesse gegen die besiegten Opfer der US-Politik stattfinden
sollen.
Als erstes wurden US-Politiker in der BRD vorstellig, da deren Politiker
wahrscheinlich durch massive Geldzuwendungen der Rüstungslobby, die jetzt nach
und nach bekannt werden, sowohl weitere Kriegsabenteuer unterstützen als auch
die dabei begangenen Kriegsverbrechen wieder zu vertuschen bereit sein werden.
"Die Haltung der Deutschen ist für uns in dieser Frage besonders wichtig" soll
ein hochrangigen Mitarbeiter des US- Außenministeriums erklärt haben.
"Deutschland verfügt in Europa über ein großes Gewicht. Das Verhalten der
Bundesregierung hat Signalwirkung. Nach Angaben der amerikanischen UN-Botschaft
gibt es bereits Gespräche mit mehreren Regierungen. Ein Abkommen sei aber noch
nicht erzielt worden.
In der BRD dürfte aber umstritten sein, ob man auf den Wunsch der USA vor den
Bundestagswahlen eingehteingeht Außenminister Joschka Fischer und die
SP-Ministerinnen Heidemarie Wieczorek-Zeul (Entwicklung) und Herta
Däubler-Gmelin (Justiz) hatten die Nichtanerkennung des ICC durch die Regierung
in Washington sogar kritisiert.
Die Dörfer Kakrak (Bild) und Siya Sang im Süden Afghanistans wurden am 1. 7.
2002 von US-Flugzeugen bombardiert, da dort hoher Taliban-Führer vermutet
wurden. Es gab mindestens 50 tote Zivilisten und über 120 Verletzte. Kakrak ist
das Heimatdorf des Talibanführers Sheik Omar, und offensichtlich sollte er durch
Flächenbombardement des Ortes getötet werden.
Ein typisches Kriegsverbrechen ist die "gezielte Tötung", wo jemand aufgrund von
undurchsichtigen Anschuldigungen ohne jedes Gerichtsverfahren liquidiert werden
soll. Die USA will so z. B. mißliebige Staatsmänner oder Talibanführer
liquidieren und nimmt dabei den Tod von hunderten unschuldigen Zivilisten
billigend in Kauf. Um angebliche Taliban-Führer zu liquidieren, werden jetzt
noch ganze Dörfer in Afghanistan in Schutt und Asche gelegt. Man erinnere sich
auch an den Mordanschlag gegen Ghadaffi durch US-Bomber im Jahre 1986, wobei
zahlreiche Zivilisten umkamen, darunter Ghadaffis Tochter. Als nächstes soll der
frühere Freund der USA Saddam Hussein liquidiert werden.
Bei einem Mordanschlag der Israelis auf den Hamas-Führer Salach Schehade
wurden am 23. 7. 2002 in Gaza-Stadt (Palästina) mindestens 14 Zivilisten
getötet und über 150 veletzt.
Auch Israel wendet als gelehriger Schüler solche Methoden laufend gegen die
Palästinenser an und lehnt deswegen auch den Internationalen Strafgerichtshof
ab.
Ein weiteres typisches Kriegsverbrechen war z. B. schon 1995 die Bombardierung
der Umgebung Sarejewos und 1999 Serbiens durch NATO Militärs mit Uranbomben.
In der Umgebung von Sarajewo ist nach Angaben des bosnischen Arztes Guzina in
den letzten fünf Jahren eine markante Erhöhung von Krebserkrankungen
festgestellt worden. Der Onkologe Trifko Guzina, der im Krankenhaus Kasindo im
serbischen Teil Sarajewos, einer Vorstadtgemeinde auf dem Gebiet der Serbischen
Republik, tätig ist, erklärte am 22. 7. 2002, daß in den Jahren 1995 bis 2001 in
seinem Krankenhaus 1.226 krebskranke Patienten behandelt worden seien.
Für die Wochenzeitschrift "Patriot" präzisierte Guzina, daß sich die Zahl von
Tumoren des Lymphgewebes seit 1995 um 27,7 Prozent und jene von
Hautkrebserkrankungen um 50 Prozent erhöht habe. In der selben Zeitspanne sei
die Anzahl von bösartigen Atemwegsgeschwulsten um 64,9 Prozent und
Krebserkrankungen der Verdauungsorgane um ganze 109 Prozent gestiegen. Ähnliche
Krebsfälle gibt es auch unter der Zivilbevölkerung Serbiens und im Süden des
Irak, wo schon 1991 Uranmunition eingesetzt wurde.
Guzina führt die Zunahme von bösartigen Tumoren auf das abgereicherte Uran in
den Bomben zurück, die von der NATO im Jahre 1995 auf Ziele in der Umgebung
Sarajewos abgeworfen worden waren. Die NATO hat nach eigenen Angaben damals
10.000 Geschoße und Bomben mit abgereichertem Uran gegen Serben in der Umgebung
von Sarejewo Sarajewo eingesetzt.
Guzina nimmt an, daß das abgereicherte Uran inzwischen in das Grundwasser und
dadurch in die Nahrunskette gelangt sei. Dadurch erklärte er auch den Anstieg
bestimmter Krebsarten in der Umgebung von Sarajewo. Die
Uran-Munition ist besonders hart und wird vor allem dazu verwendet, Panzer
zu zerstören. Beim Aufprall entsteht feiner Uranstaub, der dann von Menschen
eingeatmet wird.
In Bosnien-Herzegowina wurden 1994 und 1995 rund 10.000 Uran-Geschosse
abgefeuert, im Kosovo-Krieg warfen Kampfflugzeuge rund 31.000 Uran-Granaten und
Bomben ab.