30. Juni 2002
Washington verlangt Straffreiheit für US-Kriegsverbrecher
Die USA haben am 30. 6. 2002 mit ihrem Veto im UNO - Sicherheitsrat die
Verlängerung der NATO - "Friedensmission" in Bosnien blockiert. Damit machten
sie mit ihrer angekündigten Opposition gegen den Internationalen
Strafgerichtshof in Den Haag ernst, bei dem sie Immunität für US-Soldaten in
Friedensmissionen verlangt haben. Das UN-Gericht nimmt am 1. 7. 2002 seine
Arbeit auf. Auf Drängen der anderen Sicherheitsratsmitglieder stimmten der
US-Delegierte dann gnädigst einer vorläufigen Verlängerung um drei Tage zu.
Bekanntlich ist eine der Hauptaufgaben der "Friedensmission", angebliche
serbische Kriegsverbrecher dem NATO-Siegertribunal in Den Haag auszuliefern, das
im Gegensatz zum Internationalen Gerichtshof nur von den NATO - Ländern und
ihren Komplizen im Sicherheitsrat eingesetzt wurde.
Dagegen fürchten die NATO-Politiker mit Recht, daß sie selbst wegen der während
des Überfalls auf Serbien begangenen Kriegsverbrechen, wie z. B. die Ermordung
zahlreicher Journalisten beim Bombardement des Fernsehturms von Belgrad
angeklagt werden. Für US-Täter kommen noch zahlreiche weitere Kriegsverbrechen
aus jüngerer Vergangenheit als Anklagepunkte in Frage.
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