Der Iran-Irak-Konflikt: der erste Golfkrieg


Beginn:

Nachdem Saddam Hussein 1979 die Macht im Irak und Khomeini im Iran übernommen hat, überschritt am 22. September 1980 die irakische Armee die iranische Grenze auf einer Breite von 600 Kilometern. Saddam Husseins Luftwaffe versuchte die iranische Luftwaffe auf ihren Flugplätzen zu zerschlagen. Die irakische Armee überschritt jedoch die Staatsgrenzen, um die iranische Erdölprovinz Khuzestan zu erobern. Doch aus dem kurzen "Blitzkrieg", den Saddam Hussein geplant hatte, entwickelte sich einer der längsten und blutigsten Stellungskriege der neueren Geschichte unter dem Namen Golfkrieg. Später wurde er der Erste Golfkrieg genannt, als es zu einem zweiten kam.

Ursachen:

1. Allgemeine Ursachen:

Der Konflikt wurde ab 1979 mit einer Intervention des Irak im Iran zugespitzt.

2. Ursachen von Seiten der Iraner:

1981 kommt im Iran eine fundamentalistische Führungsschicht an die Macht.

3. Äußere Faktoren:

Konfliktparteien:

Baath-Partei (Irak):

Von Michel Aflaq 1942 in Syrien gegründete Arabische Sozialistische Partei (Baath = Wiedergeburt). Während die Partei mit ihrem gesamtarabischen Anspruch in Syrien und im Irak an der Macht ist (wenn dort auch gegeneinander rivalisierend), arbeitet sie in anderen Ländern im Untergrund.

Schiitische Untergrundorganisation am Tigris = "Partei des islamischen Rufs"

Die Schiiten sind eine islamische Glaubensrichtung. Danach war der Vetter des Propheten Mohammed, Ali, dessen alleiniger legitimer Nachfolger. Innerhalb der Schiiten gibt es wiederum Gruppierungen: Die Imamiten erkennen 12 Imame (Nachkommen des Propheten) an, die Ismailiten 7 und die Zaiditen 5.

Ziele:

Für die Baath-Partei war das Hauptziel die Führung der arabischen Revolution zu übernehmen und die Hauptverantwortung für den Schutz des arabischen Golfes zu tragen.

Folgen und Auswirkungen:

Die ökonomischen Kosten dieses Krieges werden auf mehrere hundert Milliarden Dollar geschätzt.

Verlauf:

Nach irakischen Anfangserfolgen konnte der Iran bis 1982 alle vom Irak besetzten Gebiete zurückerobern. Irakische Angebote zum Abkommen von Algier (1975-03-03, in dem als Grenze am Schatt el-Arab die Flußmitte, die Garantie der Sicherheit entlang der gemeinsamen Grenzen und die wechselseitige Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten festgelegt wurde), wurden vom Irak zurückgewiesen.

Durch massive Rüstungshilfe sowohl von der Sowjetunion als auch von westlichen Staaten, die mit den Hilfsgeldern der arabischen Ölstaaten im Kampf gegen den "persischen Erbfeind" bezahlt wurden, konnte der Irak militärisch standhalten und seit 1984 auch einen umfassenden "Tankerkrieg" aus der Luft gegen Persien eröffnen. Allerdings gab es in dieser Auseinandersetzung keinen Sieger, sondern nur Verlierer, nämlich vor allem die Zivilbevölkerung auf beiden Seiten.

1942

Anglo-sowjetisch-persischer Vertrag: Unabhängigkeit und Unverletzlichkeit Irans vereinbart

1979

Volksabstimmung: 98% der Stimmen für die Islamische Republik Iran

 

Exekution von Repräsentanten des Schah-Regimes

Besetzung der US-Botschaft und Geiselnahme. Forderung auf Auslieferung des Schah

1980

Irak kündigt Grenzabkommen von 1975; offener Krieg

1981

Radja, der neue Staatspräsident des Iran wird durch Attentat getötet.
Neuer Staatpräsident wird Khamenei.

1982

Beginn einer Offensive gegen Irak

1984

Verschärfung der Luftkriegs mit Irak

1985

Iranische Großoffensive im Süden ohne durchschlagenden Erfolg. Irak setzt chemische Waffen ein

1988

Waffenstillstand zwischen Iran und Irak Dieses Datum zählt als Ende des Konfliktes, obwohl es bis heute (1999) noch keinen Friedensvertrag gibt.

1989

Rafsabhabu übernimmt die Leitung der iranischen Regierung.


Quellen:

Klaus Hornung: Krisenherd Naher Osten: Geschichte - Fakten - Hintergründe. Weinheim, Basel: Beltz Quadriga, 1991
Harald Möller: Der Krieg zwischen Iran und Irak, S. 22 - 31

www.hls.sha.bw.schule.de/