Hussein
und der Giftgaseinsatz im Nordirak
Dirk Eckert
07.02.2003
Ex-CIA-Mann zweifelt an irakischer Schuld an dem Massaker von Halabja und löst eine heftige Debatte aus
Der
Giftgas-Angriff auf die kurdische Stadt Halabja im März 1988 gilt als eines der
schwersten Verbrechen des Regimes von Saddam Hussein. Diese Tötung von Menschen
des eigenen Landes wird von der US-Regierung stets besonders hervorgehoben, um
auf die Gefährlichkeit und Grausamkeit des Diktators hinzuweisen. Nach
Halabja nach dem Giftgasangriff
In der
sonst nicht als besonders verschwörungstheoretisch geltenden "New York Times"
"Alles, was wir sicher wissen, ist, dass Kurden an diesem Tag in Halabja mit Giftgas angegriffen wurden. Wir können nicht mit Sicherheit sagen, dass irakische Chemiewaffen die Kurden getötet haben."
Laut Pelletiere, der sich auf Erkenntnisse aus seiner Zeit bei der CIA sowie auf seine Arbeit als Leiter einer Kommission der US-Army 1991 beruft, hat es im irakisch-iranischen Krieg eine Schlacht um die kurdische Stadt Halabja gegeben, bei der beide Seiten Giftgas eingesetzt haben. "Die getöteten kurdischen Zivilisten hatten das Pech, ins Kreuzfeuer geraten zu sein. Aber sie waren nicht das eigentliche Ziel des Irak", behauptet Pelletiere. So habe die United States Defense Intelligence Agency direkt nach dem Giftgasangriff einen geheimen Bericht erstellt, aus dem hervorgehe, dass die Kurden von einem Gas auf Zyanid-Basis getötet worden seien, wie eine Untersuchung der Leichen ergeben habe. Ein solches Gas habe der Irak aber nicht gehabt, was zeige, dass der Iran für die Tötung verantwortlich sei.
"Ich versuche nicht, Saddam Hussein zu rehabilitieren. Er muss sich auf dem Gebiet der Menschenrechtsverletzungen für vieles verantworten. Aber ihn zu beschuldigen, er habe seine eigene Bevölkerung in Halabja in einem Akt des Genozids mit Gas angegriffen, ist nicht korrekt. So weit die Informationen, die wir haben, reichen, betrafen alle Fälle, in denen Gas eingesetzt wurde, das Kampfgeschehen. Es handelt sich um Tragödien des Krieges. Es mag Rechtfertigungen für eine Invasion in den Irak geben, aber Halabja gehört nicht dazu."
Pelletiere hat diese Thesen schon früher verbreitet, nämlich zusammen mit
Douglas V. Johnson in dem Buch "Iraqi Power and U.S. Security in the Middle
East". In der "New York Review of Books"
Peter
W. Galbraith selbst wies in einem
Ähnlich argumentiere Kenneth Roth, Direktor von "Human Rights Watch". Er
verwies, ebenfalls per
"Die irakische Armee benutzte Senf- und Nervengas, ebenso Massenexekutionen, um ungefähr 100.000 Kurden 1998 während der genozidalen Anfal-Kampagne zu töten. Der Kommandeur, General Ali Hassan al-Majid, sagte über die Kurden in einer aufgenommenen Rede, die im Besitz von Human Rights Watch ist: 'Ich werde sie alle mit chemischen Waffen töten! Wer wird irgendetwas sagen? Die internationale Gemeinschaft?'"
Die
Joost
R. Hiltermann von Human Rights Watch hat die These, dass der Iran für den
Giftgaseinsatz verantwortlich sei, bereits 1998 auf Konferenz "10 Jahre Halabja"
in Berlin
"Die Grundlage für die Behauptung, auch der Iran hätte C-Waffen eingesetzt, kam von Leuten aus dem War College. Angeblich wussten sie nicht, dass der Irak Zyanid besaß, die amerikanischen Nachrichtendienste gelten ja als sehr gut, aber sie sind ja gar nicht so sehr gut. Sie wussten überhaupt nicht, was die Iraker hatten. Aber das ist ja seither nachgewiesen worden, seit Unscom im Irak tätig geworden ist. Und wir haben heute unwiderlegbares Beweismaterial dafür gefunden, dass der Chemiewaffenangriff vom Irak, und nur vom Irak durchgeführt worden ist. Wir wissen das auch durch die Zeugnisse der Überlebenden, und aus irakischen Unterlagen."
Der
Iran hat übrigens seinerseits jede Verantwortung für den Giftgaseinsatz von
Halabja zurückgewiesen. Ebenfalls per