Der 2. Golfkrieg
Operation Desert Shield
Nach dem 1. Golfkrieg hatte der Irak über 70 Milliarden Dollar Auslandsschulden. Da
versuchte der angeschlagene Irak soviel Gewinn wie möglich aus seinen Ölreserven zu
ziehen. Doch Kuwait erhöhte seine Erdölförderquoten um 20%, wodurch der Irak fast
ein Drittel seines Geldes das er für sein Öl bekommen hätte, verliert. Dieser Schritt
wurde von dem Westen begrüßt, fügte aber dem Irak enormen Wirtschaftlichen
Schaden zu. Der Irak warf den Kuwatis wiederholt vor auf Befehl Israels und der USA
diesen Preisverfall herbeizuführen um den Irak wirtschaftlich zu unterminieren.
Außerdem hat der Irak nicht vergessen das Kuwait vor der Abtrennung durch die Briten
ein Teil des Irak war. Außerdem benötigte der Irak einen von ihm Kontrollierten Zugang
zum Persischem Golf. (siehe oben)
Ein anderer Streitpunkt zwischen den beiden Staaten war die Festlegung der
Wüstengrenze zwischen den beiden Staaten, aber der eigentliche Streitpunkt war das
Ölfeld von Rumalia das unter der Grenze verlief. Nachdem der Irak Wirtschaftlich
geschwächt war, ersuchte er Kuwait um einen Schuldenerlass, nachdem die Kuwait
aber ablehnte, zog der Irak starke Truppenverbände an der Grenze zusammen.
Als dies bekannt wurde gab die Pressesprecherin des US- Verteidigungsministeriums
zu verstehen das es keine speziellen Sicherheitszusagen an Kuwait gibt. Auch die US-Botschafterin
im Irak ,April Glaspie, versicherte Saddam Hussein wiederholt das
„ innerarabische Konflikte wie ihrer mit Kuwait uns nichts angehen.“ Waren die USA
also mit der Invasion von Kuwait einverstanden?
Als dann der Irak am 2 August 1990 in Kuwait einfiel und das Emirat innerhalb weniger
Stunden eroberte, gelang es dem Herrscher von Kuwait, Emir Dschabir Al Ahmed Al
Dschabir Al Sabah , nach Saudi Arabien zu flüchten wo er eine Exilregierung aufbaute.
Noch am selben Tag verabschiedete der UN- Sicherheitsrat die Resulution 660 (1990)9
worin der Überfall des Irak verurteilt wurde, und zum sofortigen Rückzug aus Kuwait
aufgefordert wurde. Im Gegensatz
zu dem zögerlichen Eingreifen des UN-Sicherheitsrates
im 1. Golfkrieg, wurde der Irak eindeutig als Aggressor definiert und
somit der Grundstein für ein späteres Eingreifen gelegt.
Irakische T80 Panzer
Als einen Tag später bekannt wurde das der Irak über 1 viertel der Welt- Ölreserven
verfügte, stieg der Ölpreis Sprunghaft, da der Irak nun auf die Industrienationen Druck
ausüben konnte. Auf ersuchen der Exilregierung von Kuwait fror die US- Regierung alle
Irakischen und Kuwaitischen Auslandsguthaben ein, und entsandte einen
Flugzeugträger in die Golfregion. Am 6. August beschloss der UN- Sicherheitsrat die
nächste Resulution 661(1990) die ein Wirtschaftsembargo gegen den Irak, das Heute
noch gültig ist, ausgenommen wahren nur medizinische Versorgungsgüter,
Medikamente und Lebensmittel in besonderen Fällen. Nur im UN- Sicherheitsrat
stimmten nur der Jemen und Kuba gegen die Blockade. Kuba wegen der Prinzipelen
Ablehnung aller US- Amerikanischen Aktionen, Jemen wegen Bündnissen mit dem Irak.
Nach der Abstimmung kam ein Vertretung der USA zum UN- Botschafter des Jemen
und sagte ihm das dies die teuerste Nein- Stimme sein würde, die er je Abgegeben
habe. 3 Tage später strichen die USA jegliche Hilfsmassnahmen und Gelder für den
Jemen, das ärmste Land der Arabischen Welt. China stimmte nur dafür weil es sich aus
seiner Isolation nach dem Massaker auf dem Platz des Himmlischen Friedens befreien
wollte,
Aber der UN- Sicherheitsrat hatte kein Druckmittel um das Embargo durchzusetzen.
Die USA meldeten den Führungsanspruch für die „Operation Wüstenschild“ an, die das
an Kuwait grenzende Saudi- Arabien schützen und Saudi- Arabien als Operationsbasis
für ein späteres Eingreifen der UNO- Truppen in den Konflikt dienen sollte, und als
Druckmittel gegen Saddam Hussein bei Nichteinhaltung des Embargos dienen sollte.
US- Präsident Bush Beschloss die Anfrage bei dem Saudischen König Fahd Ibn Saud
um eine Stationierung von 200.000 Mann der UN-Truppe in Saudi- Arabien.
Doch da begannen sich die ersten Probleme bereits abzuzeichnen. Warum sollte
Saudi- Arabien als eines der Größten Arabischen Länder, das zusätzlich noch die
heiligen Stätten des Islam beherbergte, 200.000 meist Christliche, Soldaten ins Land
lassen? Das vorrangige Ziel der US- Regierung war jedoch nicht Saudi- Arabien vor
dem Aggressor im Norden zu Schützen, sondern die gigantischen Ölreserven in Saudi-Arabien
zu beschützen und zu Schützen, was nach der Verteuerung der Ölpreise und
nach den Verlust der Verbündeten im Golf für die USA noch wichtiger als je zuvor
wurde. Um 200.000 Mann in Saudi- Arabien Stationieren zu können mussten die Saudis
sich vom Irak bedroht fühlen. Einige Tage nach dem Einfall eines kleinen Teiles der
angeblich „viertgrößten Armee der Welt“ so die US- Militär PR- Abteilung, in Kuwait,
reist eine US-Delegation nach Riad um die Saudis davon zu überzeugen, die Alliierten
nach Saudi- Arabien zu lassen. Die Kuwaitische Exilregierung unterstützte die US- PR
Hexenküche mit 11.5 Millionen $.
In einer Presseerklärung des US- Außenministeriums (State Department) ist die Rede
von Satellitenfotos auf denen Spuren von Irakischen Panzern an der Saudischen
Grenze zu sehen sind. Entsprechende Fotos wurden jedoch nie vom State Department
veröffentlicht. Die USA behaupteten außerdem das ca. 250.000 Irakische Soldaten an
der Grenze zu Saudi Arabien in Stellung gegangen seien (Am 17 Januar waren es
bereits 540.000). Auf Fotos des Kuwaitischen Flughafens waren ebenfalls keine
Spuren von Munition und Verpflegung die für eine Armee solchen Ausmaßen nötig
wäre. Der sehr zuverlässige Militärhistoriker John Simpson von der BBC, schätzte das
die Irakische Armee mit 260.000 Mann im Januar 1991 ihre Maximalstärke erreichte,
aber nach den Massendesertierungen durch die Bombardierungen der Alliierten auf
200.000 .Am 7. September erreichten die Amerikanischen Unterhändler das sich die
Saudis bereiterklärten die Truppen in ihrem Land aufzunehmen. Bereits am nächsten
Tag verlegten die Amerikaner 200.000 Mann nach Saudi- Arabien. „Operation
Wüstenschild“ hatte begonnen.
In den kommenden Monaten verlegten die UNO- Staaten insgesamt 450.000 Mann
nach Saudi Arabien oder vor die Küste Kuwaits.
Am 8. August Annektierte der Irak Kuwait offiziell als 19. Provinz. In Kuwait selbst
begannen die Irakis Kuwaitische Straßenschilder zu demontieren, Ausländische
Botschaften zu Blockieren, Kuwaitis zu verschleppen und das Reiche Kuwait zu plündern. Die Reaktion der UNO am nächsten Tag bestand darin mit der Resulution
622(1990) die Annexion Kuwaits für nichtig zu erklären. Angesichts des Wachsenden
Druck auf den Irak ruft Saddam Hussein am 5. September zum Heiligen Krieg gegen
die USA und ihre Verbündeten auf. Einige Tage später reist der UN- Generalsekretär
Perez de Cuellar persönlich nach Bagdad um Saddam Hussein davon zu überzeugen,
seine Truppen aus Kuwait zurückzuziehen. Saddam Hussein reagiert darauf mit der
Äußerung er werde seine Truppen erst abziehen wenn Israel seine Truppen aus den
Palästinensergebieten abzieht, und zog mit diesem Schritt einen Teil der Araber und die
Palästinenser auf seine Seite. Perez de Cuellar gelingt es auch nicht Saddam Hussein
klarzumachen das es die USA Ernst meinen mit einem Krieg gegen den Irak.
Die Reaktion der USA auf diesen Vorschlag des Irak fällt selbst für die UNO
überraschend aus, denn die USA errichten ohne sich mit der UNO abzusprechen eine
Seeblockade gegen den Irak. Am 29.November beschloss die UNO die Resulution 678
die Alle Mittel zur Befreiung Kuwaits erlaubte. In den folgenden Monaten bis zum
Januar 1991 gab es noch eine Menge Angebote seitens der UNO- Staaten für eine
Diplomatische Lösung, doch alle Scheiterten oder wurden erst gar nicht, von Seiten des
Irak oder der USA, in Betracht gezogen. Als letzten Versuch einer Lösung richtete
Perez de Cuellar noch einen persönlichen Appell an Saddam Hussein, jedoch ohne
eine Reaktion zu erhalten. Am 13 Januar 1991 ermächtigte der US- Kongress
Präsident Bush sen. die Option einer möglichen Gewaltsamen Lösung wahrzunehmen,
mit 5 Stimmen Vorsprung. Die UNO setzte dem Irak ein Ultimatum sich bis zum 15.
Januar aus Kuwait zurückzuziehen.