Fragwürdige Rechtfertigungen

Die USA, der Irak, das Öl und der Krieg

Eine Mehrheit der US-Amerikaner befürwortet inzwischen einen Krieg gegen den Irak: Die Propaganda-Maschinerie der Bush-Administration war erfolgreich. Die Fakten sprechen allerdings eine andere Sprache.

Olle Kamellen und Fälschungen vom Geheimdienst
US-Außenminister Powell freute sich über den vom britischen Geheimdienst als Rechtfertigung eines Krieges gegen den Irak vor dem Weltsicherheitsrat vorgetragenen Bericht. Aber dieser war leider zum großen Teil aus einem zwölf Jahre alten Studenten-Manuskript kopiert - inklusive der meisten Rechtschreibfehler. Die aktuelle Gefahrenlage ist daraus kaum ermittelbar. Die von den USA vorgelegten "Beweise" waren allerdings auch nicht viel besser. Dann wurde der internationalen Atomenergie-Behörde IAEA weisgemacht, der Irak habe versucht, Uran aus Niger zu kaufen - die aber merkte schnell, dass auch dieser Bericht gefälscht war.

"Ich bitte um Aufklärung meiner Landsleute. Warum hat die US-Regierung vor dem letzten Golfkrieg dem Irak erst 500 Mio. Dollar gegeben und wenig später 1 Milliarde nachgeschoben? Wurde das Geld etwa für Waffen benutzt, um deren Vernichtung es den Falken jetzt geht?"
Dustin Hoffman, US-Schauspieler

 

Frühere CIA-Mitarbeiter warnen vor Irak-Krieg
In einem Memorandum an den US-Präsidenten schreiben frühere Mitarbeiter des Geheimdienstes CIA, dass vom Irak derzeit keine akute Bedrohung ausgeht, ein Krieg gegen ihn aufgrund der vorliegenden Fakten deshalb nicht gerechtfertigt ist und zudem unkalkulierbare Risiken mit sich bringe. Leider gibt es aber auch in Deutschland noch Politiker, die das ignorieren und eine blinde Gefolgschaft gegenüber dem US-Präsidenten fordern.

Giftgas-Einsatz des Irak gegen Kurden fraglich
Der CIA-Mann Stephen C. Pelletiere brachte es in der New York Times ans Licht: Der Irak war offenbar überhaupt nicht im Besitz des Zyanid-Gases, das 1988 vom ihm angeblich gegen Kurden eingesetzt wurde. Wahrscheinlicher sei, so schreibt er, dass das Gift eigentlich vom Iran gegen den Irak eingesetzt wurde - die Kurden gerieten damals zwischen die Fronten.

Die wahren Gründe der USA liegen auf der Hand
Sogar nach Meinung führender CIA-Mitarbeiter sind praktisch alle Massenvernichtungswaffen dank früherer Inspektionen längst vernichtet. Deshalb fanden die UN-Inspektoren auch nichts dergleichen. Wenn die USA Beweise hätten, hätten sie diese längst den Inspektoren ausgehändigt. In Wirklichkeit geht es dem Öl-Baron Bush um die Kontrolle der riesigen Ölfelder im Irak: Zwei Drittel der weltweit bekannten Ölvorräte liegen am Persischen Golf, und kein Land benötigt und verschwendet mehr Öl als die USA. Aber es gibt auch in den USA Kritik an der Regierungspolitik und Widerstand gegen einen Krieg.

Bush und Blair sind blamiert und isoliert
Die Darlegung der UN-Chefinspektoren im Weltsicherheitsrat am 14.2.2003 war eine Ohrfeige für die Kriegstreiber. Nicht Frankreich oder Deutschland sind nun isoliert, sondern der britische Premierminister Tony Blair, dem die Bevölkerung einen Tag später mit einer riesigen Friedens-Demo in London zeigte, was sie über ihn denkt, und US-Präsident Bush, der sich mit seiner Irak-Politik ebenso gegen den Rest der Welt stellt wie beim Internationalen Strafgerichtshof, beim Klimaschutz-Abkommen von Kyoto oder bei der Chemiewaffen-Konvention.

 

"Ein militärischer Angriff auf den Irak ist offensichtlich verbrecherisch, unvereinbar mit den Bedürfnissen der Völker der Vereinten Nationen, auf legaler oder moralischer Grundlage nicht zu rechtfertigen, angesichts der bekannten Tatsachen unvernünftig, unverhältnismäßig gegenüber anderen Bedrohungen und auch ein gefährliches Abenteuer, mit dem man einen dauerhaften Konflikt in der Region und weit darüber hinaus heraufbeschwört."
Ramsey Clark, ehem. US-Justizminister

 

Wollt Ihr den totalen Krieg?
Es ist nur eine Generation her, dass amerikanische und britische Flugzeuge unsere Städte zerbombten und dabei ganz offensichtlich gezielt die Zivilbevölkerung getroffen werden sollte. Unsere Nachkriegs-Dankbarkeit gegenüber den Alliierten hält sich deshalb in Grenzen, und die öffentliche Meinung in Deutschland ist nicht mehr so leicht für einen angeblich gerechten Krieg zu gewinnen. Wir brüllen heute nicht mehr ein lautes Ja auf die Frage "Wollt Ihr den totalen Krieg?", die Joseph Goebbels am 18. Februar 1943 im Berliner Sportpalast stellte, denn wir kennen die Folgen nur zu gut.

 

16.02.2003 - Für den Inhalt fremder Seiten, auf die von hier Links führen, sind allein deren Verfasser verantwortlich.

Quelle:

http://herwig.petershausen.de