04.09.2002
USA bringen schwere Waffen zum Golf
US-Präsident Bush hat zwar Konsultationen angekündigt, bei denen er auch andere Meinungen zu einem Irak-Angriff hören wolle - sein Entschluss scheint jedoch klar: Das dritte Schiff mit schweren Waffen ist schon auf dem Weg in den Golf.
Aus Schifffahrtskreisen
verlautete, dass die US-Marine in diesem Monat ein großes Handelsschiff
gechartert hat, mit dem sie Kampfpanzer und Panzerfahrzeuge zum Golf
transportieren will.
Die Ladung werde Ende September dort eintreffen. Mit dem neuen Transport sind in
diesem Monat damit drei US-Handelsschiffe mit Waffen an Bord in den Golf
gestartet. Zu der neuen Lieferung sollen laut Militärfachleuten auch Kampfpanzer
des Typs "Abramns" gehörten. Darauf ließe sich nach den Angaben in den
Frachtpapieren schließen.
Die USA liegen mit Irak in einem erbitterten Streit um die Fortsetzung der
UN-Inspektionen, die den Verdacht ausräumen sollen, dass Irak über
Massenvernichtungswaffen verügt.
Konsultationen im Kongress
Angesichts der wachsenden Kritik an ihrer unilateralen Irak-Politik hat die
US-Regierung eine stärkere Einbeziehung von Kongress und ihren Verbündeten
angekündigt.
Nach Angaben von hochrangigen Regierungsvertretern in Washington wollte
Präsident George W. Bush noch am Mittwoch mit den führenden Kongressmitgliedern
im Weißen Haus über die Strategie gegenüber Bagdad sprechen. Gleichzeitig wollte
Verteidigungsminister Donald Rumsfeld den Kongress über die Haltung seiner
Regierung gegenüber Irak aufklären.
Nach den Worten von Bushs Sprecher Ari Fleischer wird es im Laufe der Woche eine
Reihe von Konsultationen zwischen Mitgliedern der Regierung und des Kongresses
geben. Dabei werde der Präsident nicht nur seinen eigenen Standpunkt erläutern,
sondern auch „zuhören“, sagte Fleischer.
Angriff wäre ein "Spaziergang"
Ein Angriff der USA auf den Irak würde nach den Worten des nordirakischen
Kurdenführers Massud Barsani einem „Spaziergang“ gleichen. Eine Militäraktion
gegen die Regierung Saddam Husseins würde ähnlich schnell „wie die Waffengänge
gegen die Taliban in Afghanistan und gegen Manuel Noriega in Panama“ verlaufen,
sagte Barsani der Wochenzeitung Die Zeit.
Über eine mögliche Zusammenarbeit zwischen den Kurdenführern und der
US-Regierung gebe es Gespräche. Unabdingbare Voraussetzung für eine solche
Kooperation, sei ein garantierter Autonomiestatus für die von Kurden bewohnte
Region im Nordirak, sagte Barsani.
(sueddeutsche.de/AP/AFP/dpa)