Ein Krieg um die Weltherrschaft breitet sich aus
George W. Bush's "State of the Empire"- Rede war in ihrer
typischen weltherrschaftlichen Arroganz eine tosende Drohung an verschieden
Länder, die noch zu lernen haben, wie man angemessen vor den USA auf die Knie
fällt: Irak, Iran und Nord Korea.
Durch die Bezeichnung als "Achse Des Bösen" dieser Welt, versucht das Bush
Regime offensichtlich öffentliche Unterstützung für eine Art militärisches
Abenteuer in diesen Regionen zu gewinnen. Wenn sie schon nicht in Verbindung mit
den Ereignissen vom 11. September gebracht werden können, dann verletzen sie
eben den Erlaß der USA, daß kein Staat Massenvernichtungswaffen besitzen oder
herstellen darf, es sei denn mit US-amerikanischer Erlaubnis.
Vielen Amerikanern, die noch immer wegen der Anschläge vom 11. September
Schmerzen leiden, und die durch die Bombardierung und Demütigung der Taliban
noch immer nicht zufriedengestellt sind, erscheint die Kampfansage an Iran, Irak
und an Nord Korea als sehr verlockend. Was die Anklage aus Washington fast
lachhaft macht( wenn es nicht so ernst damit wäre), ist, daß nicht zuletzt 2
dieser Staaten bei ihren Bemühungen militärische Mächte in dieser Region zu
werden, entweder Kunden oder Auftraggeber der USA waren.
Die USA waren und bleiben tatsächlich der Welt größter Waffenhändler. Als der
blutige 8 jährige Iran- Irak Krieg wütete, rüsteten die USA ihren damaligen
Verbündeten (Iraks Saddam) mit dem aus, was nur als Massenvernichtungswaffen
bezeichnet werden kann, so wie z. B. die Gifte, die der Irak benutzte, um die
kurdischen Minderheiten in den Grenzregionen zu vernichten!
So würde die iranische "Gottesherrschaft" heute nicht existieren, hätte es nicht
die Einmischung der USA und des CIA gegeben, wodurch die iranische
parlamentarische Demokratie unter Mohammed Mossadegh in den frühen 50er Jahren
gestürzt und der alleinherrschende Schar unterstützt wurde. Hätte es diese
Vergewaltigung der iranischen Demokratie durch den Westen nicht gegeben, würden
heute nicht die Geistlichen den Iran beherrschen. Die von Khomeini angeführte
islamische Revolution war im Kern eine blinde Bewegung, die bestrebt war das
Land von Westlichen und Fremden, durch das Pahlevi Regime geförderten, Einflüßen
zu säubern. Warum haben sich die USA/CIA und die britischen M1-5er gegen die
Mossadegh- Regierung gestellt?
Dies hatte nichts mit "Demokratie" zu tun, Mossadegh war für ihren Geschmack
eher zu demokratisch, indem er die Verstaatlichung britischen Öls unterstütze,
um mehr davon für das Land zu Verfügung zu stellen. Die USA haben nicht einer
Demokratie, sondern einer neokolonialistischen, repressiven Alleinherrschaft den
Rücken gestärkt.
Wo liegt die "Achse Des Bösen" aus iranischer Perspektive? Was müssen sie von
einer Nation halten, die ihren Präsidenten abgesetzt und ein brutales,
faschistisches Regime installiert hat, und dann ihren benachbarten Feind, Irak,
noch mit herkömmlichen und chemischen Waffen ausrüstet, was zu über einer halben
Million Toten auf beiden Seiten geführt hat? Ist das keine "Massenvernichtung"?
Aber eine Weltmacht zu sein bedeutet, niemals um Entschuldigung bitten zu
müssen, es bedeutet, Anderen unter Androhung von Folgen falls sie sich weigern,
zu sagen, was sie zu tun haben. Es bedeutet, ständig nach Feinden zu suchen!
Mumia Abu-Jamal 4. Februar 2002
Mumia Abu-Jamals Solidarisierung zu den Anti-
Weltwirtschaftsforum Protesten
Wer profitiert vom Krieg?
Als George der 2. (oder ist es der 3.) von der "Fünfergruppe" des Obersten
Gerichts als eine Art amerikanischer Kaiser auf den Thron im Weissen Haus
gehoben wurde, kam einem ein beunruhigender Gedanke in den Sinn: es wird ein
Krieg stattfinden! Dies erschien überraschend klar. Warum?
Aus mehreren Gründen, erstens weil George 2. ein Liebling der großen
Unternehmensinteressen ist, und diese Interessen sind immer bereit von Krieg zu
profitieren. Wann immer bewaffnete Konflikte ausgetragen werden, in Sierra
Leone, in Kashmir oder in Kolumbien, kannst du immer deinen letzten Dollar
darauf verwetten, daß 70% der Waffen, die bei diesen Kämpfen benutzt werden, US-
amerikanische Fabrikate sind. Wie könnte es anders sein, wo doch die USA der
Welt größter Waffenhersteller sind?
Zweitens weil George 2. eine wichtige Lektion von seinem Vater gelernt hat: daß
nichts die Beliebtheit eines Präsidenten so fördert wie Krieg! Nun mag man sich
wundern, was das mit dem Weltwirtschaftsforum zu tun hat, mit der
Welthandelsorganisation (WTO) oder mit dem sich ausbreitendem Gespenst der
Globalisierung: die globalistische wirtschaftliche Struktur wird von der
globalistischen, kapitalistischen militärischen Struktur gestützt, sie sind
miteinander verknüpft. Tatsächlich kann Keine ohne die Andere existieren.
Bedenken wir die Worte des New York Times Schreibers Thomas Friedman, der
bereits zu Berginn des Jahres 1999 schrieb: "Die verborgene Hand des Marktes
wird niemals ohne eine verborgene Faust arbeiten - Mcdonalds kann nicht ohne
Mcdonell Douglas, den Erfinder des F-15 (Bombers), florieren. Und die verborgene
Faust, die die Silicon Valley Technologien sichert, sind die Armee der USA, die
Luftwaffe und die Marineeinheiten." (NY-Times Magazine, 28.
März 1999)
Und was könnte geheimer und verborgener sein als die WTO, eine mächtige,
undemokratische, internationale, multistaatliche Kapitalgesellschaft, die die
Regeln aufstellt, nach Denen das Leben von Milliarden bestimmt wird? Was ist mit
dem Weltwirtschaftsforum, der Einrichtung, die behauptet, die WTO geschaffen zu
haben und die einer der Motoren der Konzern- Globalisierungsbewegung ist? Dies
sind die Kräfte hinter dem Krieg, hinter den widerwärigen Angriffen auf die
Globalisierungsgegener in Genua und hinter den ebenso widerwärtigen Vorwürfen in
den (konzerntreuen) Medien gegen die Anti- Globalisierungsbewegung.
Krieg wird letztlich für die Reichen geführt, für die "So soll man es machen"-
Etablierten, wobei die Arbeiterklasse und die Armen den Löwenanteil übernehmen,
was das Kämpfen und Sterben betrifft. Mit Patriotismus hat das Ganze nichts zu
tun, denn die Reichen und Superreichen kennen keine Nationalität, die über dem
Kapital steht. Denkt daran, wenn ihr die Sirenengesänge der Globalisierung hört;
sie sind nichts als ein Ruf nach mehr Armut, mehr Ausbeutung und mehr Tod.
Ich rufe Euch dringend auf, Euch dem zu widersetzen!
Ona Move!
Lang lebe John Africa!
Nieder mit der Konzern- Globalsierung!
Mumia Abu-Jamal, 31. Januar 2002