Kyoto

 

Im Dezember 1997 haben die reichen Industrieländer eine Reduzierung der Emissionen der Gase vereinbart, die zur globalen Erwärmung führen. Dies ist der erste Schritt auf dem Weg zur Stabilisierung des Weltklimas.

Sie haben sich auf das 'Kyoto-Protokoll' geeinigt; dabei handelt es sich um ein internationales Abkommen, das Ziele für die Senkung der Emissionen, die für die Klimaveränderung verantwortlich sind, setzt. Die EU hat eine Senkung um 8 % akzeptiert, bei den USA sind es 7 % und bei Japan 6 % (im Vergleich zu dem Emissionen von 1990).

Das Kyoto-Protokoll tritt erst dann in Kraft, wenn es von 55 Ländern, die insgesamt für 55 % der Emissionen von 1990 verantwortlich sind, ratifiziert wird. Anders gesagt: Diese Länder müssen Gesetze auf den Weg bringen, um die Bestimmungen des Protokolls, die dann rechtlich bindend wären, zu erfüllen. Die Länder haben sich selbst eine Frist bis September 2002 gesetzt, wenn der Weltgipfel zur nachhaltigen Entwicklung (World Summit on Sustainable Development [Rio + 10] in Südafrika stattfindet.

Im März 2001 hat Präsident Bush nur wenige Wochen nach seiner Amtseinführung erklärt, dass die USA das Kyoto-Protokoll nicht ratifizieren würden. Er erklärte es für "tot".

Im Juli 2001 hat die internationale Gemeinschaft in Bonn gezeigt, dass das Protokoll trotz der Abwesenheit der USA lebt, denn sie hat eine Vereinbarung über die Regeln für seine Implementierung getroffen. Die USA haben sich nicht an dieser Vereinbarung beteiligt. Die Einzelheiten der Regeln wurden anlässlich der Siebten Konferenz der Parteien des Kyoto-Protokolls in Marrakesch, Marokko, im Oktober 2001 verabschiedet, und das Protokoll kann nun ratifiziert werden.

Amerika ist weltweit der größte Luftverschmutzer: Mit einem Anteil von nur 4 % der Weltbevölkerung sind die USA für ein Viertel der Kohlendioxidemissionen verantwortlich. Aber Präsident Bush hat nicht gezögert, Bemühungen um eine Zustimmung zum Kyoto-Protokoll zu sabotieren. Esso hat die Öl-Lobby gegen das Kyoto-Protokoll angeführt und die Schachzüge von Präsident Bush unterstützt und gefördert.

Das Kyoto-Protokoll ist nur ein erster Schritt für eine Stabilisierung des Weltklimas. Aber es ist ein lebenswichtiger Schritt. Kein Land hat das Recht, das Kyoto-Protokoll für tot zu erklären und uns alle zum Alptraum der globalen Erwärmung zu verurteilen.